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Schwanenritterorden zu Brandenburg-Ansbach — Ordo Equitatus Cygni Brandenburgensis — Orden der Ritter Unserer Lieben Frau zum Schwan

Geschichte

Von der "Gesellschaft Unserer Lieben Frau zum Schwan" bis zum Schwanenritterorden der Gegenwart — knapp sechs Jahrhunderte.

Die Stiftung von 1440

Die Gesellschaft Unserer Lieben Frau zum Schwan wurde von Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg 1440 als Bruderschaft bzw. Adelsgesellschaft gegründet. Ziel war „die Vertiefung der christlichen Lebensführung der Hofaristokratie durch Verrichtung von Gebeten, Almosen“ und die Treuebindung der Vasallen. Frauen waren ebenfalls zugelassen.

Der Sitz befand sich in der Marienkirche auf dem Harlungerberg bei Brandenburg an der Havel, die es seit 1722 leider nicht mehr gibt.

Der Orden der Ritter Unserer Lieben Frau zum Schwan, kurz Schwanenritterorden oder Schwanenorden, war der erste Ritterorden des Hauses Hohenzollern.

Friedrich II
Friedrich II "Eisenzahn" (1413-1471), Kurfürst von Brandenburg (1440-1470)

Der fränkische Zweig

1459 gründete Markgraf Albrecht Achilles eine Filiale in Ansbach. Durch die Reformation löste sich der Orden auf, wurde — im Gegensatz zu den meisten historischen Ritterorden — jedoch nie offiziell aufgehoben.

Albrecht Achilles
Albrecht Achilles (1414-1486), Kurfürst von Brandenburg (ab 1470)

Die Erneuerung 1843

Am 24.12.1843 erneuerte König Friedrich Wilhelm IV. den Orden „als freiwillige Gesellschaft jeglichen Geschlechts, aller Stände und Konfessionen zur Linderung leiblicher und moralischer Gebrechen.“

Friedrich Wilhelm IV
Friedrich Wilhelm IV "Romantiker" (1795-1861), König von Preußen (ab 1840)

Der Schwan als Sinnbild

Die Bezeichnung Schwanenorden bezieht sich auf das Kleinod der Ordensinsignien. Der Schwan soll laut den Statuten von 1443 die Mitglieder an deren Sterblichkeit erinnern (memento mori), denn er sehe der Legende nach seinen Tod wie Jesus Christus voraus.

Während sich im Stiftungsbrief von 1440 noch keine Hinweise zur Bedeutung des Schwans im Emblem nachweisen lassen, wird der Schwan in den Statuten für den fränkischen Ordenszweig im Jahr 1484 im Vergleich zu 1443 als Symbol der Freiheit umgedeutet.

Schwan im Wappen
Der Schwan im Wappen des heutigen Schwanenritterordens

Mehr zu finden unter Wikipedia: Schwanenritterorden

und auch unter Historisches Lexikon Bayerns: Schwanenorden


Literatur-Hinweise

- Bayer, Adolf: S. Gumberts Kloster und Stift Ansbach (veröff. d. Gesellsch. f. fränk. Geschichte, IX. Reihe, Band 6), Würzburg 1948

- Däschlein, Theodor: Der Schwanenorden und die sogenannte Schwanenordens-Ritter-Kapelle in Ansbach (Der Schwanenritter Nr. 7), Bamberg 1986

- Dallhammer, Hermann: Die Ritter mit dem Schwanenorden, Hercynia-Verlag, Ansbach 1987

- Haenle, Siegfried: Urkunden und Nachweise zur Geschichte des Schwanenordens, 39. Jhb. HVMfr. Ansbach 1874

- Meyer, Julius: Die Schwanenordensritterkapelle bei St. Gumbertus in Ansbach, Ansbach 1909

- Schuhmann, Günther: Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, Ansbach 1980

- Das Statutenbüchlein des Schwanenritterordens, Nürnberg um 1515, Reprographischer Neudruck, Neustadt/Aisch 1983

- Stillfried, Rudolf v.u. Haenle, Siegfried: Das Buch vom Schwanenorden, Berlin 1881

Zeichen und Zeugnisse

Die historische Ordenskette
Die Ordenskette, wie sie überliefert ist
Kasel mit aufgestickter Ordenskette im Dommuseum Brandenburg
Kasel mit aufgestickter Ordenskette, Dommuseum Brandenburg (Foto: Dommuseum Brandenburg)
Die Marienkirche auf dem Harlunger Berg
Die 1240 fertiggestellte Marienkirche auf dem Harlunger Berg, 1722 abgebrochen (Foto: Stadtmuseum Brandenburg)
Der Orden heute

Wie aus der historischen Adelsgesellschaft ein Ritterorden und gemeinnütziger Verein wurde.