Geschichte
Von der "Gesellschaft Unserer Lieben Frau zum Schwan" bis zum Schwanenritterorden der Gegenwart — knapp sechs Jahrhunderte.
Die Stiftung von 1440
Die Gesellschaft Unserer Lieben Frau zum Schwan wurde von Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg 1440 als Bruderschaft bzw. Adelsgesellschaft gegründet. Ziel war „die Vertiefung der christlichen Lebensführung der Hofaristokratie durch Verrichtung von Gebeten, Almosen“ und die Treuebindung der Vasallen. Frauen waren ebenfalls zugelassen.
Der Sitz befand sich in der Marienkirche auf dem Harlungerberg bei Brandenburg an der Havel, die es seit 1722 leider nicht mehr gibt.
Der Orden der Ritter Unserer Lieben Frau zum Schwan, kurz Schwanenritterorden oder Schwanenorden, war der erste Ritterorden des Hauses Hohenzollern.

Der fränkische Zweig
1459 gründete Markgraf Albrecht Achilles eine Filiale in Ansbach. Durch die Reformation löste sich der Orden auf, wurde — im Gegensatz zu den meisten historischen Ritterorden — jedoch nie offiziell aufgehoben.

Die Erneuerung 1843
Am 24.12.1843 erneuerte König Friedrich Wilhelm IV. den Orden „als freiwillige Gesellschaft jeglichen Geschlechts, aller Stände und Konfessionen zur Linderung leiblicher und moralischer Gebrechen.“

Der Schwan als Sinnbild
Die Bezeichnung Schwanenorden bezieht sich auf das Kleinod der Ordensinsignien. Der Schwan soll laut den Statuten von 1443 die Mitglieder an deren Sterblichkeit erinnern (memento mori), denn er sehe der Legende nach seinen Tod wie Jesus Christus voraus.
Während sich im Stiftungsbrief von 1440 noch keine Hinweise zur Bedeutung des Schwans im Emblem nachweisen lassen, wird der Schwan in den Statuten für den fränkischen Ordenszweig im Jahr 1484 im Vergleich zu 1443 als Symbol der Freiheit umgedeutet.

Mehr zu finden unter Wikipedia: Schwanenritterorden
und auch unter Historisches Lexikon Bayerns: Schwanenorden
Literatur-Hinweise
- Bayer, Adolf: S. Gumberts Kloster und Stift Ansbach (veröff. d. Gesellsch. f. fränk. Geschichte, IX. Reihe, Band 6), Würzburg 1948
- Däschlein, Theodor: Der Schwanenorden und die sogenannte Schwanenordens-Ritter-Kapelle in Ansbach (Der Schwanenritter Nr. 7), Bamberg 1986
- Dallhammer, Hermann: Die Ritter mit dem Schwanenorden, Hercynia-Verlag, Ansbach 1987
- Haenle, Siegfried: Urkunden und Nachweise zur Geschichte des Schwanenordens, 39. Jhb. HVMfr. Ansbach 1874
- Meyer, Julius: Die Schwanenordensritterkapelle bei St. Gumbertus in Ansbach, Ansbach 1909
- Schuhmann, Günther: Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach, Ansbach 1980
- Das Statutenbüchlein des Schwanenritterordens, Nürnberg um 1515, Reprographischer Neudruck, Neustadt/Aisch 1983
- Stillfried, Rudolf v.u. Haenle, Siegfried: Das Buch vom Schwanenorden, Berlin 1881
Zeichen und Zeugnisse



Wie aus der historischen Adelsgesellschaft ein Ritterorden und gemeinnütziger Verein wurde.